Maria-Theresia-Straße 13

Seit 1954 bewohnt die Burschenschaft Franconia die schöne Stadtvilla in der Maria-Theresia-Straße 13 in der Wiehre – wahrscheinlich Freiburgs schönstes Wohnviertel, das sich südlich unmittelbar an die Altstadt anschließt.

Das Haus wird allen Ansprüchen des Verbindungs- und Studienalltags gerecht. Neben großen und hellen Wohnräumen für die Aktiven gibt es einen großen Kneipsaal mit voll ausgestattem Tresen, ein gemütliches Wohnzimmer mit sich anschließendem Esszimmer. Dazu eine große Küche und im Keller einen Sportraum und eine weitere Bar.

In der unmittelbaren Umgebung gibt es zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten und Verkehrsanbindungen. Der Fußweg in die Innenstadt bzw. in das Universitätszentrum dauert rund 10 Minuten.

Geschichtlicher Exkurs

Vormieter des Frankenhauses war der Freiburger Volkswirtschaftler und Agrarwissenschaftler Prof. Constantin von Dietze (1891-1973). Seit 1937 in Freiburg wurde er als Mitglied des Bruderrats der "Bekennenden Kirche" im gleichen Jahr verhaftet jedoch sowohl am Landgericht Potsdam als auch in der Revision vor dem Reichsgericht freigesprochen. Er war Mitglied des nach der "Freiburger Schule" (Neoliberalismus und Marktwirtschaft) ausgerichteten "Freiburger Kreises". Seit 1938 war er Leiter der der deutschen Gruppe der "Internationalen Konferenz für Agrarwirtschaft", seit 1948 Delegierter im Weltrat der Kirchen, 1955 bis 1961 Präses der "Generalsynode der EKD". 1946 bis 1949 war er Rektor der Albert-Ludwigs-Universität.

Der "Freiburger Kreis" traf sich regelmäßig in den Wohnungen der Mitglieder. Initiative und Organisation gingen von Gerhard Ritter (Historiker), Walter Eucken (Nationalöko- nom und Begründer der "Freiburger Schule" 1930), Adolf Lampe und Constantin von Dietze aus. An sie wandte sich im Herbst 1942 Dietrich Bonhoeffer mit der Bitte, ein Programm für eine künftige Ordnung für eine ökumenische Tagung nach Ende des Krieges auszuarbeiten. Die entscheidende Besprechung war im November 1942 im Hause Maria-Theresia-Straße 13. Teilnehmer war auch Karl Goerdeler, der hier ein gern gesehener Gast war. Im Zusammenhang mit dem 20. Juli wurden von Dietze, Lampe und Ritter verhaftet, von Dietze und Lampe am 8. September, dem Tag an dem das Todesurteil gegen Goerdeler vollstreckt wurde. Am 20. April 1945 wurde von Dietze die Anklageschrift zugestellt. Sie lautete auf Hochverrat und Landesverrat. Das nahe Kriegsende rettete ihm das Leben.

Seit 1994 erinnert eine Gedenktafel am Haus der Franconia an"Freiburger Kreis".