Die Verbindung

Alle Mitglieder verbindet das Lebensbundprinzip. Wir helfen uns nicht nur gegenseitig während unserer Studentenzeit, sondern auch später, nach der Philistrierung als Alte Herren. Die Philistrierung erfolgt, wenn man sein Studium abgeschlossen hat und in das Berufsleben eintritt. Der Lebensbund stellt den generationsübergreifenden Austausch zwischen uns aktuellen Studenten und den ehemaligen Studenten, den "Alten Herren", her.

 

Vivat - Cresceat - Floreat!

Franconia

 

Unsere Leitgedanken

 

Unser Wahlspruch lautet:

 Freiheit - Ehre - Vaterland

 

 

Uns ist bewusst, dass der Begriff "Freiheit" sehr viel umfassen kann und Grenzen der Freiheit nicht eindeutig zu ziehen sind. Es lässt sich jedoch sagen, dass die Freiheit des Einen solange zu vertreten ist, wie sie die des Anderen nicht schadet.

Wir verstehen, dass der Begriff "Freiheit" ein weitgreifender Begriff ist, welcher vor allem im philosophischen Bereich stark diskutiert wird. Generell kann man sagen, dass die Freiheit des Einzelnen ihre Grenze immer an der Freiheit des Anderen findet. In diesem Sinne treten wir für persönliche, akademische, gesellschaftliche und politische Freiheit ein.

 

Deshalb fordern wir vor allem von unseren Mitgliedern, sich für eine freie politische Selbstbestimmung und soziale Gerechtigkeit im Sinne des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland einzusetzen. Alle unsere Mitglieder sollen in toleranter und von Vorurteilen freier Weise ihre eigene Meinung offen vertreten können und sich jederzeit tatkräftig für persönliche, akademische und politische Freiheit einsetzen. 

 

Der Begriff der Ehre hat mit dem überholten und veralteten Ehrbegriff des 19. Jahrhunderts nach unserer Auffassung nichts mehr zu tun. Unsere Mitmenschen sind ohne Ansehen von Stellung und Herkunft zu achten. Wir setzen voraus, dass unsere Mitglieder bereit sind, eine offene und ehrliche Haltung zu pflegen und zur Wahrung des Ansehens unserer Franconia und Erfüllung humanitärer Pflichten bereit sind.   

 

Der Begriff des "Vaterlandes" ist für viele negativ konnotiert. Dieser Begriff ist jedoch wesentlich älter als die politischen, insbesondere rechtsextremen Ideologien, welche zu dessen schlechten Ansehen geführt haben. Wir verstehen unter diesem Begriff eine Verbundenheit zu Deutschland als Land, mit dem wir verwandtschaftlich und emotional verbunden sind.

Das deutsche Wohl wollen wir fördern, indem wir für eine Einheit Europas eintreten und auf eine solide Völkerverständigung setzen. Das freie politische Engagement jedes einzelnen Mitglieds ist Recht und Pflicht zugleich.

 

Als Burschenschaft sind wir zwar politisch interessiert, aber in keiner Weise parteipolitisch gebunden. 

 

 

Unsere Geschichte, unser Kartell

 

Am 30. Juni 1877 wurde die Burschenschaft Franconia Freiburg von den Studenten Wilhelm Hansberg (Alemannia Marburg), Georg Letzel (Rugia Greifswald und Germania Berlin), Erich Maske (Germania Breslau), Rudolf Kasprzik (Germania Leipzig) und Edmund Amuat (Teutonia Freiburg) gegründet.

 

Als Farben des Bundes wurden die fränkischen Landesfarben rot-weiß-grün bestimmt, die später zu den Farben rosa-weiß-moosgrün wurden. 

 

Das Violett-Grüne-Kartell, welches gemeinsam mit der Burschenschaft Alemannia Marburg am 10. Januar 1879  gegründet wurde, dient zur gegenseitigen Unterstützung der Bünde. Die beiden Burschenschaften verstehen sich als ein einziger Bund an zwei Hochschulorten. Gerade durch den starken katholischen Einfluss in Freiburg waren die in Freiburg ansässigen Burschenschaften von Nachwuchsmangel betroffen, sodass es einen regen Austausch zwischen den Kartellbünden der Alemannia Marburg und der Franconia Freiburg gab. 

 

Im WS 1930/31 erreichte die Aktivitas der Franconia eine bis dahin nicht gekannte Stärke. Der Mitgliederstand belief sich zu der Zeit auf 208 Alte Herren, 84 Inaktive und 34 Aktive, eine aus heutiger Sicht bemerkenswerte Stärke.

Frankenhaus ca 1910
Goethestrasse um 1910

 

Als die Deutsche Burschenschaft (DB) immer mehr unter den Einfluss der Nationalsozialisten geriet und das "Führerprinzip" als Verbandsprinzip etablierte, trat das Violett-Grüne Kartell am 06.11.1934 gemeinsam mit 14 weiteren Burschenschaften aus der Deutschen Burschenschaft aus. Das Conventsprinzip ist jeder Verbindung eigen und bedeutet, dass alle Entscheidungen der Verbindung auf einem Convent durch offene Abstimmung basisdemokratisch getroffen werden. Weder die Ersetzung dieses Prinzips durch das "Führerprinzip", noch die damit verbundene NS-Ideologie wollte die Burschenschaft Franconia mittragen.

 

Am 18.10.1935 erfolgte die zwangsweise Auflösung der Deutschen Burschenschaft und die Eingliederung der Einzelburschenschaften in den NSDStB (Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund) als sogenannte Kameradschaften, die Häuser mussten zur Verfügung gestellt werden. Öffentliches Farbentragen und die Bestimmungsmensur wurden verboten.

Am 21.10.1935 löste sich die Kartellburschenschaft Alemannia auf und wurde später zur Kameradschaft.

 

Auf einer am 03.11.1935 stattgefundenen Bundesversammlung der Franconia in Berlin lehnte der Sprecher der Aktivitas der Burschenschaft Franconia die Eingliederung des Bundes in den NSDStB ab und schlug der Altherrenschaft die Auflösung vor.

Am 15. Mai 1936 wurde die Aktivitas der Franconia aufgelöst, der Altherrenverband bestand jedoch weiter. Das Haus in der Goethestraße wurde verkauft, um einer drohenden Enteignung zuvorzukommen. Das alte Inventar wurde eingelagert und steht uns deshalb glücklicherweise heute noch zur Verfügung.

 

Am 02. Oktober 1949 wurde auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der Franconia Freiburg in Marburg beschlossen, die aktive Franconia zu rekonstituieren.

Mehrere Marburger Alemannen wechselten daraufhin zur Unterstützung nach Freiburg und hatten mit ihrer Werbung bald Erfolg. Nach einer Informationsveranstaltung vom Rechtwissenschaftler und Franken Hans-Heinrich Jescheck (1915 - 2009) baten sieben junge Studenten um Aufnahme in den Bund. Franconia begann wieder zu leben.

 

 

Am 08. Juni 1950 fand im Gasthaus "Goldener Anker" in der Talstraße der erste Convent der Franconia nach dem Krieg statt. Nach den Wahlen war die Wiederbegründung der aktiven Burschenschaft Franconia damit vollzogen.

 

Nach dem Kauf des Hauses Maria-Theresia-Str. 13 erhielt die aktive Burschenschaft im Jahr 1954 auch endlich wieder ein Zentrum für das Verbindungsleben.

Das akademische Fechten

Die Mensur (lat. Mensura = Abmessung) ist ein traditioneller, streng reglementierter Fechtkampf zwischen zwei männlichen Mitgliedern unterschiedlicher Studentenverbindungen. Im Unterschied zum Sportfechten sind keine Stöße erlaubt, sondern ausschließlich Hiebe. Der Ablauf erfolgt unter strengen Regeln und den entsprechenden, gegenwärtigen standardmedizinischen Vorkehrungen.

 

Es geht hierbei nicht um das Austragen persönlicher Differenzen, weswegen es auch keinen Gewinner oder Verlierer gibt, sondern um das Finden des Vertrauens in seine eigene Fähigkeiten, um das Für-Einander-Einstehen und das Entwickeln einer gewissen Disziplin und Sorgfalt im Umgang mit diesem Sportgerät. 

 

Die Burschenschaft Franconia war ab der Gründung 1877 pflichtschlagend. Im Jahr 1968 entschieden wir uns, es unseren Mitgliedern freizustellen, ob sie eine Partie fechten möchten oder nicht. Als fakultativ schlagender Bund, lernt jeder Bundesbruder das akademische Fechten. Es ist jedoch jedem freigestellt, ob er sich der Herausforderung der Mensur stellen möchte.